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Nach der unglücklichen 0:1-Heimniederlage gegen die SV Elversberg 07 spitzt sich der Kampf um den Klassenerhalt für die Borussen-Amateure zu. Dabei geben die Ergebnisse der Abstiegskonkurrenten, aber auch die Leistungssteigerung der personell gebeutelten Horst Wohlers Elf dennoch Hoffnung auf ein erfolgreiches Saisonfinale. Marcel Podszus raufte sich die Haare. Nur wenige Zentimeter fehlten dem Mittelstürmer zum Torerfolg, nachdem er zuvor aus kurzer Distanz knapp am linken Torpfosten vorbei zielte. Elversberg-Keeper Matthias Kuhn wäre machtlos gewesen. Die Szene in der Schlussminute der Begegnung der Borussen-Amateure gegen die SV Elversberg 07 war sympthomatisch für eine aus Borussen-Sicht von Anfang an unter ungünstigen Vorzeichen stehende Partie. Der im Vergleich zur erfolgreich bestrittenen Worms-Begegnung auf vier Positionen veränderte und mit Ausnahme von Jan-Ingwer Callsen-Bracker ohne Zuwachs von der Lizenzspielermannschaft Vorlieb nehmende VfL mühte sich im Duell gegen die mit einer Erfolgsserie von sechs ungeschlagenen Spiele angereisten Saarländer von der ersten Minute an mit viel Eifer und Engagement. Vor den Augen geballter Fußballprominenz (Gerd vom Bruch, Rudi Gores, Arie van Lent, Christian Ziege) bestimmten die im Mittelfeld mit Debütant Julian Korb angetretenen Borussen von Anfang an die Partie gegen die favorisierten Gäste. Doch war es die Durchschlagskraft im Angriff, die den Borussen vollends abging und den Gästen in die Karten spielte. So war es Gästestürmer Jeton Arife, der in der Anfangsphase (8. Minute) erstmals den prächtig reagierenden Frederic Löhe im Borussentor zum Einsatz zwang. Fortan mühten sich die von dem auffällig agierenden Ekrem Engin angetriebenen Borussen erfolgreich um Spielkontrolle. Die vermeintliche Überlegenheit endete jedoch spätestens am Strafraum, wo Sturmführer Marcel Podzsus sich zwar redlich mühte, jedoch oftmals auf sich alleine gestellt war. Dabei entpuppte sich der für den verletzten Guiseppe Pisano erstmals in der Startelf stehende Marcel Platzeck nur im ersten Spielabschnitt der ersten Halbzeit als adäquater Sturmpartner des Sturmroutiniers. Anders die Gäste, bei denen Emre Güral zunächst in der 23. Spielminute eine durch Frederic Löhe vereitelte Großchance liegen ließ, um wenige Minuten später nach einem zuvor erfolgten Pressschlag in Strafraumhöhe völlig freistehend vor Löhe erfolgreich abzuschließen. Um den Ausgleichstreffer noch vor dem Halbzeitpfiff bemüht, verzettelten sich die Borussen nach teilweise gelungenem Spiel spätestens in Strafraumhöhe, so dass Gästekeeper Matthias Kuhn sein Tor nicht ernsthaft in Gefahr sah. Mit dem debütiernden U19-Akteur Elias Kachunga für den nicht überzeugenden Matthias van de Weth mühte sich die Borussia im zweiten Spielabschnitt um Ergebniskorrektur. Wenngleich erneut optisch überlegen, mangelte es dem VfL weiterhin an Effektivität. Gelungene Kombinationen im Mittelfeld über den sich erstaunlich behauptenden Julian Korb, dem galligen Ekrem Engin und den stets von hinten treibenden Benjamn Baltes setzten den Gegner unter Druck, ohne ihn jedoch aus dem Spiel zu nehmen. Im Gegenteil - so waren die schnörkellos und mit viel Selbstvertrauen agierenden Gäste mit ihrem schnellen Konterspiel eine stetige Gefahr für das von Frederic Löhe vor einer nicht immer sattelfest wirkenden Abwehr wachsam gehütete VfL-Tor. Jeton Arife war es schließlich in der 60. Spielminute vorbehalten, den Deckel auf die Partie zu machen, doch scheiterte er aussichtsreich eher kläglich am Pfosten. Glück für die Borussia, die mit Niclas Dams für den am Ende überforderten Marcel Platzeck nochmals taktisch umstellte (64. Spielminute) und zur Schlussoffensive blies. Kurze Zeit später war es dann eine vermeintliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters Andreas Bischof, der das offensichtliche Handspiel der Gäste im eigenen Strafraum als nicht absichtlich wertete, und damit die Gemüter erhitzte. In einer drangvollen Schlussphase berannte der VfL dann noch das Tor der sich vergeblich um Entlastung mühenden Gäste und scheiterte dabei in letzter Minute noch an dem Schusspech von Stürmer Marcel Podszus. Vor dem richtungsweisenden Kellerderby bei Eintracht Trier (Freitag, 19.00 Uhr) bleibt die U23, Tabellenvierzehnter mit nunmehr drei Punkten Abstand zum ersten Abstiegsplatz. Dabei profitierte die Borussia von den aus Borussen-Sicht positiven Resultaten der direkten Abstiegskonkurrenz (lediglich Schalke 04 II konnte mit einem Unentschieden den Punkteabstand verkürzen). Stimmen um Spiel: Borussias U23-Trainer Horst Wohlers: »Unser Manko ist die Chancenverwertung. Leider wurde der aus meiner Sicht klare Handelfmeter vom Schiedsrichter nicht gegeben. Uns fehlt in dieser Situation dann auch ein wenig das Glück. Erfreulich ist das gelungene Debüt von Julian Korb und die Resultate der Konkurrenz, die letztlich an unserer Tabellensituation trotz der unverdienten Niederlage nicht viel ändert.« Gästetrainer Günter Erhardt: »Man hat gesehen, warum wir zuletzt so wenig Gegentore bekommen haben. Leider haben wir es versäumt, unsere Konter spielentscheidend auszuspielen. So haben wir die Borussia im Spiel gehalten. Die strittige Handelfmeterszene habe ich nicht eindeutig gesehen, jedoch glaube ich, dass der Schiedsrichter richtig lag, da die Hand aus meiner Sicht nicht zum Ball ging. Prinzipiell bin ich aber der Meinung, man sollte seine Tore aus dem Spiel heraus erzielen um nicht auf derartige Entscheidungen angewiesen zu sein. Die Borussia war zwar optisch überlegen, doch hatten wir in beiden Halbzeiten die eindeutigeren Chancen. Unser Sieg war verdient.« Ex-Kult-Stadionsprecher Rolf Göttel: »Wir hatten zahlreiche Chancen, aber das Tor nicht getroffen. Das ist in der aktuellen Situation gefährlich.« Matthias van der Weth: »Wir hatten viele Chancen. Leider haben wir sie nicht verwertet. Meine sportliche Zukunft ist noch völlig offen. Mein Berater ist in Gesprächen. Es gibt aber noch nichts zu vermelden.« Lars Schuchhardt: »Das Ergebnis ist schade für uns. Zu meinem eventuellen Verbleib bei der Borussia kann ich noch nichts sagen. Erst einmal steht der Klassenerhalt im Vordergrund und erst dann wird sich entscheiden, wohin die Reise geht.« Gerd vom Bruch: »Für die Borussia ist es sehr wichtig, dass die U23 die Regionalliga-Zugehörigkeit erhält. Wie will man talentierten Jungen denn sonst die Perspektiven schmackhaft machen?« Rudi Gores: »Soweit es mir die Zeit erlaubt, besuche ich die Spiele der U23-Mannschaft. Die Borussia sollte sich mal Gedanken machen, ob das Grenzlandstadion, in dem manchmal mehr Ordner als Zuschauer anwesend sind, die richtige Spielstätte ist. Die Regionalliga-Spiele haben einen anderen Rahmen verdient.« Die Kurzstatistik zum Spiel: Borussia Mönchengladbach II: Löhe - Baltes, Callsen-Bracker, Heubach, Pirschel - Vogel (83. Dams), Korb - von der Weth (46. Kachunga), Engin - Platzek (64. E. Schaaf), Podszus Tor: 0:1 Güral (27.) Zuschauer: ca. 300 im Rheydter Grenzlandstadion Quelle: torfabrik.de |